Fotoausstellung · Halle am Hafen · bis 22. Februar

Randzonen

Fünf fotografische Serien über Orte, an denen fast nichts passiert.

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Serie 01 von 05

Ebbe

Marit Feddersen · Nordfriesisches Wattenmeer · 2024

Sechs Stunden, in denen das Meer weg ist.

01 · Ebbe

Marit Feddersen

Nordfriesisches Wattenmeer, 2024

Feddersen ist zwei Winter lang jeden Morgen zur Niedrigwasserzeit ans Watt gefahren. Sie hat nur fotografiert, wenn Nebel lag. An klaren Tagen blieb die Kamera im Auto.

Die Bilder zeigen keinen Strand und kein Meer, sondern das, was zwischen zwei Fluten liegt: Pfähle, Priele, ein Boot auf der Seite. Nach sechs Stunden ist alles wieder unter Wasser.

Ein kleines Fischerboot liegt schräg auf dem Watt, ein Tau führt in einen Priel.
Gestrandet
Nasser Sand mit Wellenmuster, flache Wasserrinnen und Muscheln.
Rippeln

„Bei Nebel gibt es keinen Horizont. Dann ist das Watt so groß, wie man es sich vorstellt.“

Marit Feddersen
Aufnahmen
41, davon 14 ausgestellt
Kamera
Mittelformat, Farbnegativ
Abzüge
C-Print, 80 × 100 cm
Raum
Erdgeschoss, Halle A
Eine rot-weiße Pegelstange im flachen Wasser, Möwen weit weg im Nebel.
Pegel
Ein schmaler Holzsteg über Salzwiesengras mit Reif, hinten der Deich.
Salzwiese
Geschlossene Strandkörbe in Reihen an einem leeren Strand im Nebel.
Winterlager

Serie 02 von 05

Nachtschicht

Okan Demir · Binnenhäfen am Niederrhein · 2023

Häfen, wenn nur noch das Licht arbeitet.

02 · Nachtschicht

Okan Demir

Binnenhäfen am Niederrhein, 2023

Demir arbeitete selbst drei Jahre im Schichtdienst an einem Containerterminal. Die Serie ist in den Pausen entstanden, mit Stativ und Belichtungszeiten bis zu vier Minuten.

Menschen sind keine im Bild. Wer lange genug belichtet, verliert alles, was sich bewegt. Übrig bleiben Kräne, Treppen, ein Automat an der Wellblechwand und das Natriumlicht, das die Nacht orange färbt.

Ein leeres, beleuchtetes Stahltreppenhaus, kaltes Neonlicht auf nassen Geländern.
Treppenhaus
Ein Binnenschiff mit erleuchtetem Steuerhaus am nächtlichen Kai.
Liegeplatz

„Um drei Uhr nachts ist der Hafen am lautesten. Auf den Bildern hört man davon nichts.“

Okan Demir
Aufnahmen
28, davon 11 ausgestellt
Belichtung
30 Sekunden bis 4 Minuten
Abzüge
Pigmentdruck, 100 × 125 cm
Raum
Erdgeschoss, Halle B
Ein leerer Lkw-Parkplatz unter orangen Laternen, ein abgestellter Auflieger.
Autohof
Ein beleuchteter Getränkeautomat allein vor einer Wellblechwand.
Automat
Eine Förderbandbrücke über einer Kieshalde im Hafen, orange angeleuchtet.
Förderbrücke

Serie 03 von 05

Hochsitz

Lene Hollweg · Eifel und Hunsrück · 2022 bis 2024

Gebaut, um zu warten.

03 · Hochsitz

Lene Hollweg

Eifel und Hunsrück, 2022 bis 2024

Hochsitze stehen an Stellen, an denen jemand sehr lange gewartet hat. Hollweg hat über achtzig davon fotografiert, immer frontal und immer im Herbst, bevor das Laub fällt.

Zwischen den Hochsitzen zeigt die Serie den Wald, durch den man zu ihnen kommt: Rückewege, gestapelte Stämme mit Farbmarkierung, eine Birke auf der Lichtung.

Ein schmaler Waldweg zwischen geraden Fichtenstämmen verschwindet im Nebel.
Rückeweg
Ein verwitterter Hochsitz mit kleinem Dach von unten, Moos auf der Leiter.
Leiter

„Jeder Hochsitz ist anders gebaut. Gemeinsam ist ihnen nur, dass man darin still sein muss.“

Lene Hollweg
Aufnahmen
83 Hochsitze, 16 ausgestellt
Kamera
Großformat 4 × 5 Zoll
Abzüge
C-Print, 50 × 62 cm, gerahmt
Raum
Obergeschoss, Kabinett
Gestapelte Stämme mit blauer Farbmarkierung auf einer Lichtung im Nebel.
Polter
Eine einzelne Birke mit gelbem Laub auf einer nebligen Wiese, davor ein Zaunpfahl.
Birke
Eine nasse, bemooste Steinmauer mit Farnen und Herbstlaub.
Trockenmauer

Serie 04 von 05

Freibad

Jonas Brück · Städtische Freibäder in NRW · 2024

Nach dem letzten Badetag.

04 · Freibad

Jonas Brück

Städtische Freibäder in NRW, 2024

Im September schließen die Freibäder. Das Wasser bleibt oft noch wochenlang im Becken, Laub sammelt sich darauf, die Liegen stehen gestapelt am Zaun. Brück hat in elf Bädern fotografiert, jeweils in der Woche nach dem Saisonende.

Die Farben stammen nicht aus der Nachbearbeitung. Pastelltürkis, verblasstes Rosa und Creme sind die Anstriche der Sechziger, die in vielen Bädern noch heute halten.

Eine Reihe verblasster Umkleidekabinen in Pastellfarben mit geschlossenen Türen.
Kabinen
Eine gelbe Rutsche aus Glasfaser endet im Becken, auf dem Wasser treibt Laub.
Rutsche

„Im Sommer schaut niemand auf die Kabinen. Im Oktober sieht man nur noch sie.“

Jonas Brück
Aufnahmen
11 Bäder, 18 Bilder ausgestellt
Kamera
Mittelformat, Farbnegativ
Abzüge
C-Print, 60 × 75 cm
Raum
Obergeschoss, Halle C
Gestapelte weiße Kunststoffliegen, mit einer Kette verbunden, auf nassem Rasen.
Liegen
Ein geschlossenes Kioskfenster mit mintgrünen Läden, der Rollladen halb heruntergelassen.
Kiosk
Eine Chromleiter führt ins türkise Wasser eines geschlossenen Beckens.
Einstieg

Serie 05 von 05

Tagebau

Edda Sonnemann · Rheinisches Revier · 2021 bis 2025

Eine Landschaft, die es bald nicht mehr gibt.

05 · Tagebau

Edda Sonnemann

Rheinisches Revier, 2021 bis 2025

Sonnemann ist im Revier aufgewachsen. Die Serie beginnt an der Abbruchkante, an der ihr Heimatort früher stand, und endet unten in der Grube, wo sich das erste Regenwasser sammelt.

Der Maßstab ist das eigentliche Motiv. Ein Bagger ist so hoch wie ein Wohnhaus, auf den Bildern wirkt er trotzdem klein. Die Grube wird in den nächsten Jahrzehnten zu einem See.

Eine lange Förderbandanlage quer über die leere Tagebausohle, eine kleine Hütte.
Bandanlage
Der Rand der Grube mit Zaun, eine alte Dorfstraße endet an der Kante.
Abbruchkante

„Von oben sieht man, wie viel fehlt. Von unten sieht man, wie viel noch da ist.“

Edda Sonnemann
Aufnahmen
60, davon 12 ausgestellt
Kamera
Großformat und Drohne
Abzüge
Pigmentdruck, bis 150 × 190 cm
Raum
Erdgeschoss, Halle A, Stirnwand
Die Räder eines schweren Muldenkippers aus der Nähe, Lehm und Steine auf dem Weg.
Fahrwerk
Windräder am Horizont hinter den gestuften Hängen der Grube, dunstiges Licht.
Horizont
Ein kleiner Regenwassersee am Grund der Grube, die Hänge spiegeln sich darin.
Restsee

Alle fünf Serien · 71 Arbeiten

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Geöffnet
Di bis So, 11 bis 19 Uhr
Do bis 22 Uhr, Mo geschlossen
Eintritt
9 €, ermäßigt 5 €
unter 18 frei
Führung
samstags 15 Uhr, 4 € dazu
etwa 60 Minuten

Erfundene Ausstellung. Fotografinnen, Fotografen und Bilder sind ausgedacht, die Bilder lokal mit Flux erzeugt.